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29.07.2015

Abnormales Essverhalten – Ausdruck seelischen Ungleichgewichts (Vorankündigung Vortragsreihe)

Vegetarier, Veganer, TCM, Stressesser, Emotionaler Esser, Fressattacken, Diätwahn, Magersucht, Ess-Brechsucht und Fettleibigkeit … Mit kaum einem Thema beschäftigt sich die westliche Gesellschaft im 21. Jahrhundert so viel wie mit Ernährung! Studien in Österreich ergeben, dass über 30% davon – also beinahe jeder Dritte!! – ein „gestörtes“ Verhältnis zum Essen haben.

Während Anorexie (Magersucht), Bulimie (Ess-Brechsucht) und Adipositas (Fettleibigkeit) unter die „krankheitswertige Essstörungen“ fallen, gelten etwa Binge Eating Disorder (Fressanfälle), Restrained Eating (latente Esssucht), Craving (Heißhungerattacken), Comfort Eating (Emotionales Essen) oder Stress-Essen als Übergangsformen oder Vorstadien zu Essstörungen.

Abnormales (und gesundheitsschädigendes) Essverhalten entsteht vorrangig aufgrund genetischer Disposition, sozio-kultureller Bedingungen (Umgebung) sowie Defiziten in den Bereichen Persönlichkeit und Familiensystem. Insbesondere niedriges Selbstwertgefühl, mangelnde Abgrenzungsfähigkeit, Schwierigkeiten in der Gefühlsregulation und schädliche familiäre Kommunikations- und Interaktionsmuster fördern den falschen Umgang mit dem Thema Ernährung bzw. erhalten ihn aufrecht.

Hinzu kommt, dass sich hilflose Angehörige meist co-abhängig verhalten und  das selbstzerstörerische Verhalten unbewusst unterstützen, indem sie Verantwortung abnehmen, beschützen, vermeiden, kontrollieren, verharmlosen, rationalisieren, retten … und dabei ihr eigenes Leben zurückstellen. Damit erschweren sie abnormen Essern den Ausstieg.

Aus krankhaften Essstörungen kommen Betroffene nur auf Eigeninitiative und mit (zumindest) therapeutischer Hilfe. In den anderen Fällen ist es so zu sagen 5 vor 12: mit viel Geduld (und fachkundiger Unterstützung durch Lebensberater und Ähnliche) kann die Kurve durch Achtsamkeitsübungen, Selbstwerttraining sowie Erlernen neuer Lösungsstrategien für die Gefühls- und Emotionsregulation und Stressmanagement gekratzt werden.

Gemeinsam mit Kollegen werde ich zu diesen Themen im Herbst eine fächerübergreifende Vortragsreihe starten!

 

 

 

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