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27.10.2015

Keiner ist allein für das Problem, aber alle sind für die Lösung verantwortlich.“ oder „Was jeder einzelne von uns zu seinem besseren Umgang mit der Flüchtlingssituation beitragen kann!

Lebensberater haben ein breites Tätigkeitsspektrum! Neben Resilienz, Krisenintervention, Alten- und Angehörigenbetreuung, Coaching, Mediation, Supervision und vielem anderen sind wir jetzt verstärkt mit dem Thema Flüchtlinge und Unterstützung der Helfer konfrontiert und werden hier dank engagierter Standesvertretung WK speziell geschult!

Um alle Beteiligten besser zu verstehen ist es gut zu wissen: ALLE Menschen (also Flüchtlinge, Helfer, aber auch aus Anlass der Flüchtlingssituation ängstliche oder abwehrende oder hasserfüllte oder … Personen) tragen Ur-Bedürfnisse nach Bindung und Zugehörigkeit und damit die Veranlagung zu sozialer Akzeptanz, Kooperation und Fairness in sich. Dieses Wissen ist geschichtlich, neurowissenschaftlich und psychologisch fundiert.

Insbesondere (subjektiv empfundene) KRÄNKUNGEN, AUSGRENZUNGEN und die UNGLEICHVERTEILUNG VON RESOURCEN ODER LEBENSCHANCEN gefährden diese Ur-Bedürfnisse der Menschen. Wenn diese Situation länger andauert und gepaart mit der Hoffnungslosigkeit, etwas ändern zu können, auftritt, kommt es zu Misstrauen, Feindseligkeit und Aggression.

Ob dieser Gefühlscocktail letztendlich zu Gewaltakten, Amokläufen, Kriegen oder Angst- oder Depressionserkrankungen führt oder „sinnvoll“ bearbeitet werden kann, hängt letztlich davon ab, welche Handlungsmöglichkeiten der konkrete Betroffene kennen gelernt hat oder eben aus Anlass der Situation aktuell zu lernen bereit ist.

Richtig und wichtig wäre, diese Gefühle rechtzeitig und anlass- bzw. personenbezogen zu kommunizieren (anstatt von ihnen übermannt zu werden und „auszurasten“). Das ist meist dann erschwert, wenn in den Jahren der Kindheit keine sicheren Bindungen zu Bezugspersonen vorhanden waren, unverarbeitete Trennungserfahrungen (Trennung der Eltern, Scheitern von Freundschaften und Beziehungen, Loslösen von den Eltern, …) oder Gewalt erlebt wurden. Der Fähigkeit, sich auf gute zwischenmenschliche Beziehungen einzulassen, kommt eine überragende Bedeutung für den Umgang mit Aggression zu!

Zwei wirklich großartige Bücher kann ich in diesem Zusammenhang wärmstens empfehlen:

„Schmerzgrenze“ von Joachim Bauer sowie

„Die Macht der Kränkung“ von Reinhard Haller.

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